Do it yourself: XYZ Cargo

Wir werden noch immer manchmal gefragt, ob wir unser Bakfiets selbst gemacht haben. Haben wir nicht, aber die Räder von XYZ Cargo lassen sich aus stabilen Aluprofilen tatsächlich selber bauen. 

Foto: www.xyzcargo.com
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Mach es selber.

XYZ Cargo bieten entweder fertige Lastenräder, die frei Haus geliefert werden. Oder eine Anleitung zum Selberbau der Räder, veröffentlicht auf der Website unter der Creative Commons Lizenz. Für sieben Modelle gibt es detaillierte Konstruktionsanleitungen gratis zum Download. 

Foto: www.xyzcargo.com
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XYZ Cargo wurde in Hamburg und Kopenhagen von Till Wolfer und Ion Sorvin entwickelt. Die Räder werden aus handelsüblichen Aluprofilen gebaut, die stabil miteinander verschraubt werden.

 

Der Vorteil des Rades ist die modulare Bauweise - es kann auf verschiedene Größen und Anforderungen angepasst werden. Es ist überdies einfach zu reparieren und - am Ende der Lebensdauer - lassen sich die Aluminiumprofile fast vollständig recyclen. 

Ganz einfach ist der Selbstbau aber nicht. Handwerkliches Geschick, Lust am Lego bauen und eine Ahnung von der Fahrradtechnik werden vorausgesetzt. Wenn man also Unterstützung für den Bau der Räder braucht, können Selbstbau-Workshops besucht werden. In drei Tagen kann ein Lastenrad dann fertig gebaut werden. 

Foto: www.xyzcargo.com
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Das einspurige Cargobike ist komplett montiert und fahrfertig ab 1.550€ zu haben. Es ist mit einer 8-Gang Shimano Nexus oder Alfine Nabenschaltung ausgestattet, vorne mit Trommel- oder Scheibenbremsen, und einer transparenten Wanne aus Polycarbonat. 

Mehr als ein Rad.

Wir hatten im September 2018 die Gelegenheit, mit Ion Sorvin in Kopenhagen über sein Projekt zu sprechen. Aus einem Kunstprojekt, das eine Veränderung des öffentlichen Raum zum Ziel hatte, wurde ein gut gehendes Geschäft mit Aufträgen aus der ganzen Welt. 

 

Dennoch bleibt Ion Sorvin seinen ursprünglich gesellschaftskritischen Ansätzen treu. Sorvin bezeichnet sich als Regionalist, für den der Ort der Herstellung der Komponenten entscheidend ist, um nicht nur Emissionen aus dem Transport zu reduzieren, sondern auch soziale Grundrechte bei der Herstellung zu garantieren. Er will zeigen, dass man auch Transporträder lokal produzieren kann. Dass der geschaffene Mehrwert in der Gesellschaft bleibt und auch die Steuern dort bezahlt werden, wo das Fahrrad eingesetzt wird. 

 

Die Aluminiumprofile werden etwa in Norwegen produziert. Bei den einzelnen Fahrradkomponenten ist er dann aber auch auf die gängigen Hersteller angewiesen, die vornehmlich in Fernost produzieren. Das sieht er auch selber kritisch und versucht nach und nach, europäische Komponenten einzusetzen. 

 

Dieses lokale Geschäftsmodell ermöglicht hohe Flexibilität und ist stark kundInnenorientiert. Wenn KundInnen Spezialwünsche haben, muss das Design nicht nach Asien geschickt und dann nach Europe importiert werden. Ion Sorvin plant ein neues Modell im Vorderzimmer und baut es anschließend in der Manufaktur. Es ist ein kurzer Prozess, Sachen zu ändern. 

Ion Sorvin, einer der beiden Gründer von xyzcargo, in seiner Manufaktur in Kopenhagen. Foto: Familienrad
Ion Sorvin, einer der beiden Gründer von xyzcargo, in seiner Manufaktur in Kopenhagen. Foto: Familienrad