Je Confesse.


Ich gebe zu: Diese Seite hat missionarischen Charakter! Mein Ziel ist es, möglichst viele Familien von den Vorzügen eines Familienrades zu überzeugen. 

 

Ein Lastenrad für die familiäre Logistik verbessert das Leben in der Stadt signifikant. Nur haben das noch nicht alle erfahren - weil noch nicht alle ein Familienrad gefahren sind! Auf Familienrad.at werden wir vom Familienleben mit einem Bakfiets erzählen - solange es Spaß macht und uns als sinnvoll erscheint.

 

Wenn du dir das lieber anhörst, dann kannst das hier im Stadtgespräch-Podcast von Lothar Podingbauer. 

Unsere Geschichte.

Ich habe mit meiner Familie die letzten vier Jahre in Belgien gelebt. Dort habe ich mich mit dem Einsatz von Lastenrädern beschäftigt, sowohl beruflich als auch privat.

 

Beruflich war ich in der Projektförderung für das Programm "Intelligent Energy Europe" (IEE) tätig, ein Programm der Europäischen Kommission. Ein von IEE ko-finanziertes Projekt war Cyclelogistics, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Gütertransport in Städten von Verbrennungsmotoren auf aktiven Transport zu verschieben. Eine Antwort auf die Probleme von Lärm und schlechter Luft in Städten sind Lastenräder.

 

In Belgien, vor allem aber in den Niederlanden und Dänemark, werden Lastenräder auch im privaten Bereich bereits viel stärker eingesetzt. Bei uns war es die Geburt eines Kindes, das den Ausschlag für den Kauf eines Familienrades machte.

 

Wir erwarben ein Bakfiets, ein einspuriges Fahrrad mit Cockpit und Kiste vor dem Lenker. Diese Form des Lastenrades wird auch als Langhans oder Longjohn bezeichnet. Aber es muss natürlich kein Bakfiets sein, auch andere Familienräder erfüllen den gleichen Zweck. Einen Überblick über die verschiedenen Angebote erhältst du hier.

 


Eine neue Qualität urbanen Lebens.

Für uns hat sich die Lebensqualität mit dem Kauf des Familienrades ganz entscheidend erhöht. Ein Baby und Kleinkind kann mit einem normalen Rad nur schwer transportiert werden.

 

Die Lösung mit Radanhänger ist in Österreich weit verbreitet. Wir wollten aber unsere Kinder im Verkehr immer im Blick haben. So ganz trauen wir unseren autofahrenden VerkehrsteilnehmerInnen nämlich nicht.

 

Mit einem Familienrad konnten wir unsere gewohnten Mobilitätsmuster beibehalten. Das Baby kam einfach mit, die Brüder auch, und die Einkäufe oder das Picknick für den Park ebenso. In der Stadt verlor das Auto weitestgehend seine Funktion. Und das blieb auch so, als die Babys zu Kindern gewachsen waren.


Wien ist anders.

Nach viereinhalb Jahren zurück in Wien, machten wir die Erfahrung, dass Lasten- und Familienräder noch kaum genutzt, ja noch kaum bekannt sind. Das liegt wahrscheinlich am guten und im internationalen Vergleich sehr wohlfeilen öffentlichen Verkehr in Wien. Darin ist Wien tatsächlich gut. Und das ist gut so. 

 

Das liegt aber auch daran, dass es das Auto ist, das die individuelle Mobilitität dominiert. Weil das Parkpickerl zu billig, der in der Stadt für Mobilität verfügbare Platz nach wie vor zu stark dem Auto gewidmet ist - zu Lasten anderer Verkehrsmittel - und weil das Auto anscheinend halt so wahnsinnig gemütlich ist. 


Autofahren ist das neue Rauchen.

In unserer autofahrenden Gemütlichkeit merken wir nicht, wieviel Geld wir dabei verrauchen. Und wer mit uns passiv mitrauchen muss - nämlich wir alle. Der Feinstaub und die Stickstoffdioxidbelastung waren in Wien im Jänner 2017 weit über den Grenzwerten. Werner Bartens hat in der Süddeutschen Zeitung die körperlichen Belastungen aus Stickstoffdioxid und Feinstaub für Augen, Rachen und Atemwege so zusammengefasst, dass dem wenig hinzuzufügen ist. Gift mit jedem Atemzug.

 

Ein Familienrad hilft, die Abhängigkeit von dieser lästigen Sucht zu verringern. Während du viel Geld sparst, bist du schneller als der Stau und bleibst fitter als dein Turnschuh. Denn auch wenn die vielen Autos die Luft in der Stadt verstinken: Die Vorteile aus täglich einer Stunde körperlicher Aktivität für deine Herz-Kreislaufsystem wiegen viel stärker als die möglichen Risiken aus Stickstoffdioxid und Feinstaub.

 

Auf Familienrad.at werden wir laufend schöne Studien zur Feinstaubbelastung in Autos - die blasen sich nämlich gegenseitig die Luft in die Kabinen - und zu den Vorteilen von aktiver Mobilität vorstellen. Denn die Feinstaubbelastung am Rad ist geringer als im Auto. Am Rad stehst du an der Kreuzung nämlich ganz vorne. Und fast immer bist du auf Nebenstraßen oder Radwegen unterwegs. Das heißt nicht, dass wir deshalb nicht unter den Abgasen litten. Aber auch nicht mehr als im Auto, und zumindest bei gleichzeitiger physischer Aktivität.


Die Mission.

Diese Seite wächst durch einen missionarischen Antrieb. Es ist uns ein Anliegen, mehr Familien in Wien auf Familienräder zu bringen. Wir sind  davon überzeugt, dass viele Familien ihre Lebensqualität ganz wesentlich verbessern können, wenn sie ihr individuelle Mobilität mit einem Familienrad unterstützen. Sie werden schneller, verlässlicher und fitter sein!

 

Aktive Mobilität (#activemobility) sind die Zauberwörter. Welches Rad du für die Wegstrecken verwendest, ist uns egal. Welches Modell du wählst, hängt ganz von deinen Vorstellungen, Einsatzgebieten und Budget ab.

 

Wir haben auch unsere persönlichen Präferenzen an Qualität, Wendigkeit und Fahrkomfort eines Familienrades und wir artikulieren und erklären diese Präferenzen auch, wir sind hier aber jedenfalls produktneutral.

 

Schließlich sind wir auch händlerinnen- und händlerneutral. Es ist uns egal, wo du dein Familienrad kaufst, solange du dir eins kaufst. Schlaue kaufen das Rad aber dort, wo sie bei technischen Problemen fundierte Hilfe erwarten können. Je näher das an deinem familiären Gravitationszentrum liegt, desto besser für dich und deine Mobilität.