Wöchentliche Mobilitätskosten

Wie in anderen Bereichen des Lebens braucht es auch in der Mobilität Investitionen. Entweder durch die öffentliche Hand für die U-Bahn oder Tram, oder durch das Familienbudget für individuelle Lösungen. Im Vergleich eines Familienrades mit anderen Individualverkehrsmittel, wie beispielsweise dem Auto, stehen den hohen Investitionskosten nicht nur sehr niedrige laufende Kosten gegenüber, sondern relativieren sich auch die hohen anfänglichen Investitionskosten.

Das Familienrad: individuell und verlässlich.

Ein gutes elektrisches Familienrad mit verschiedenen Accessoirs kostet etwa 5.000 Euro. Wir nehmen eine fünfjährige Nutzungsdauer und einen Restwert von 1.000 Euro an. Das Fahrrad wird bei achtsamen Umgang auch nach fünf Jahren noch gut laufen, der Akku müsste dann sicher ausgetauscht werden. Die jährlichen Wartungskosten liegen bei etwa 200 Euro.

 

Daraus ergeben sich wöchentliche Kosten in der Höhe von 19,2 Euro, die wir auf 20 Euro runden. Pro Tag zahlst du für die Öffis im Jahresticket einen Euro am Tag, für ein gutes Familienrad etwa 2,7 Euro.

 

Gleichzeitig sind die Treibstoffkosten bei einem elektrischen Familienrad sehr niedrig. Bei einem Ökostrompreis von etwa 20 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und 40 km Reichweite einer Akkuladung sowie einem Akku mit 380 Wattstunden (Wh) beträgt der Strombedarf für 100 km etwa 1 kWh. Und die kostet eben etwa 20 Cent.

 

Die Treibstoffkosten für einen Kilometer am elektrisch angetriebenen Familienrad belaufen sich auf etwa 0,2 Cent. Nicht mal ein Cent für einen Kilometer. 

 

Ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, der in der obigen Berechnung nicht berücksichtigt wurde, ist eine Diebstahlversicherung, die nützlich ist, wenn kein geschützter Parkplatz für das Familienrad vorhanden ist. Was eine Versicherung kostet, damit haben wir uns in diesem Blogbeitrag auseinandergesetzt. Jedenfalls könnten sich dadurch die wöchentlichen Kosten um 10-12€ erhöhen.

Der öffentliche Verkehr: gut und günstig.

Die vergleichsweise günstigste Möglichkeit, in Wien mobil zu sein, ist der öffentliche Verkehr. Das Jahresticket für 450 Busse, etwa 500 Straßenbahnzüge und 150 U-Bahn-Züge kostet 365 Euro, das macht einen Euro pro Tag und sieben Euro für die Woche. Etwa 2,6 Millionen Fahrten werden pro Tag damit zurückgelegt, und etwa 733.000 Jahreskarten wurden 2016 verkauft.

 

Die Stadt Wien schießt den Öffis 2017 laut Kurier in Summe 700 Millionen Euro pro Jahr zu. 320 Millionen davon sind für die laufenden Betriebskosten, der Rest für Investitionen und Neubau-Projekte. 

 

Den jährlichen Förderungen in der Höhe von etwa 700 Millionen Euro stehen 939 Millionen jährlichen Fahrten im Jahr 2016 gegenüber. Jede Fahrt mit den Wiener Linien wir daher von der Stadt Wien mit etwa 75 cent gefördert.

 

Wir denken, dass das gut investiertes Geld ist, auch wenn über manche konkrete Investitionsentscheidungen diskutiert werden kann und andere Optionen womöglich kosteneffizienter wären. Aber Wien ist eine U-Bahn Stadt, was durchaus Vorteile bringt. 

Das Auto: der Geldfresser.

Dass das Auto die teuerste Option ist, ist nicht überraschend. Was uns allerdings schon überrascht hat, ist wieviel teurer das Auto tatsächlich ist. Es ist daher nicht nur dreckig, ineffizient und langsam, sondern es frisst auch das Familienbudget leer. Meist unbemerkt!

 

Die höchsten Kosten sind das gebundene Kapital. Bei Anschaffungskosten eines Familienwagens von 20.000 Euro, einer fünfjährigen Nutzungsdauer und einem Restwert von 8.000 Euro, beträgt die jährliche Abschreibung 2.400 Euro. Die jährlichen Kosten für Wartung und Reparaturen (1.000 Euro), Versicherung und Steuern (1.440 Euro) sowie für Parken, Vignette, etc. (400) werden addiert.

 

Daraus ergeben sich monatliche Kosten in Höhe von 436 Euro oder wöchentliche Kosten von etwa 100 Euro. Treifstoffkosten sind hier noch gar nicht mitgerechnet.

 

Für Treibstoffkosten kommen bei einem Verbrauch von 8 Liter noch 9,6 Euro pro 100 Kilometer hinzu, also etwa 10 Cent pro Kilometer.