Bicicapace

Sind Kinder dem Grundschulalter entwachsen, werden sie zu groß für Kisten wie am Bakfiets. So genannte Longtails bieten sich dann an. Damit können Kinder wie Erwachsene sicher transportiert werden. 

Foto: bicicapace.com
Foto: bicicapace.com

Stabil und flexibel

Das Aussehen des Justlong von Bicicapace ist gewöhnungsbedürftig: seine kleinen 20 Zoll Räder und der kurze Stahlrahmen mit einem Radstand von deutlich unter 2 Meter machen aus diesem Rad eine lustige Erscheinung. Gleichzeitig ist an dem Rad alles gut durchdacht und schön designed. Ohne jetzt groß mit Stereotypen zu kommen, aber irgendwie merkt man dem Rad seine italienische Herkunft an. 

 

Das Bicicapace wird in Mailand konstruiert, gebaut natürlich wahrscheinlich irgendwo in Asien (wie mittlerweile fast alles auf dem Fahrradmarkt). Der Name aus dem Italienischen heißt sowas wie "fähiges Rad".

 

Und fähig ist das Rad tatsächlich. Auf dem stabilen und auf 80 cm verlängerten Gepäckträger haben zwei bis drei Kinder (oder ein Erwachsener) Platz. Kindersitze oder eine Rückbank können an den Stahlstreben montiert werden. Auf die aufklappbaren Fußstützen können die Kinder selber auf ihre Plätze klettern. Werden keine Kinder transportiert, bieten Taschen viel Platz für Gepäck. Auch vorne kann eine 80 Liter Tasche montiert werden. 

 

Das Bicicapace ist durch die kleinen Laufräder und den kurzen Radstand sehr wendig und fährt sich wie ein normales Fahrrad. Die Last dahinter ist eigentlich nur durch die zusätzlich notwendige Kraftanstrengung beim Treten zu bemerken, nicht aber durch ein geändertes Fahrverhalten.

 

Denn gegenwärtig kann elektrische Unterstützung noch nicht ab Werk geholt, sondern muss nachgerüstet werden, was immer nur die zweitbeste Lösung ist. Schon 2018 soll das Bicicapace aber mit einem Mittelmotor ausgestattet werden, wodurch man die Last dann bergauf nicht mehr merken wird (ausser sie mault rum ;).

 

Und falls wer doch mal bremsen will: Gebremst wird das Rad serienmäßig durch Rollenbremsen, gegen Aufpreis können jetzt auch hydraulische Scheibenbremsen (160 cm) eingebaut werden.


Preis

Die Basis-Version kommt mit einer Drei-Gang Shimano Nexus Nabenschaltung und kostet etwa 1.300€. Optional werden 8 Gänge angeboten, was ohne elektrischen Antrieb zumindest im hügeligen Wien empfehlenswert ist. Für die elektrifizierte Version wird wohl ein Aufschlag von etwa 1.500€ hinzukommen. 

 

Gekauft werden kann das Rad in Wien gegenwärtig ausschließlich bei Heavy Pedals.


Vorteile

  • Gutes Fahrverhalten: stabiler und steifer Stahlrahmen, der sich wie ein normales Rad fährt, bei aufrechter Sitzhaltung. 
  • Wendigkeit: Langer 80 cm Gepäckträger, bei kurzem Radstand. Das Bicicapace kann viel tragen, bleibt dabei aber wendig und passt wegen seiner Kürze auch in die Bahn.
  • Guter Personentransporter: Für größere Kinder und Erwachsene bestens geeignet. Mit zusätzlichen Accessoires gut ausbaufähig.
  • Preis: Das Rad hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nachteile

  • Taschen statt Kiste: Wer bislang mit einer Kiste wie am Bakfiets fährt, für die sind Taschen gewöhnungsbedürftig.
  • Aussehen: Durch die kleinen Räder und den kurzen Radstand wirkt das Rad etwas schrullig. Aber da stehen wir natürlich drüber und freuen uns am Distinktionsgewinn. 
  • Noch kein Elektroantrieb: Das Bicicapace ist erst 2018 mit einem Mittelmotor lieferbar, bislang muss getreten oder ein Antrieb nachgerüstet werden.

Foto: bicicapace.com
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