Das Problem mit dem Parken

Ein Thema, das tatsächlich noch immer eines der Haupthindernisse für den Kauf eines Familienrades zu sein scheint, ist das Parken. Wo soll man das Rad zuhause abstellen? Schließlich ist die Wohnung der Ausgangspunkt von 80% der Wege. Das Mobilitäts- und Parkangebot am Wohnort beeinflusst daher die weitere Elemente der Mobilitätskette.


Wie oft hören wir, wie praktisch doch so ein Familienrad ist. Wenn wir dann antworten, dass sie sich dann halt eines kaufen sollen, ist das erste Problem oft nicht der Preis eines Familienrades. Ein gutes Lastenrad ist sicher nicht billig, aber gute Räder soll man prinzipiell nicht billig kaufen. Und dass sie es absolut wert sind, haben wir hier versucht herauszuarbeiten

 

Das viel größere Problem ist die fehlende Abstellmöglichkeit für das Rad. Oft sind die Innenhöfe nicht barrierefrei und nur über Stufen zu erreichbar. Oder die Fahrradräume sind überfüllt und mit selten befahrenen Rädern verstellt, was sehr häufig der Fall ist. Oder es ist schlicht nicht erlaubt, das Rad am Gang zu parken, aus feuerpolizeilichen Gründen etwa. 

 

Es gibt dafür keine einfache Lösung. Es hängt vom Gebäude ab, von den Eigentumsverhältnissen (Miete, Gemeindewohnung, Eigentum), vom guten Willen der MitbewohnerInnen. In vielen Neubauten gibt es durch die Stellplatzverpflichtung viel Garagenplatz, der nicht durch das Kfz beparkt werden kann.

 

Man kann das Transportrad sicher auch gut abgeschlossen auf der Straße stehen lassen. So eine schwere Kiste zu stehlen, muss schon geplant werden und Gelegenheitsdiebe machen das sicher nicht. Aber natürlich kann jede Kette geknackt werden. 

Fahrradversicherung?

Dann gibt es noch die Möglichkeit, das Fahrrad auf Diebstahl zu versichern. Die Radlobby bietet beispielsweise eine Diebstahlversicherung für ihre Mitglieder an. Die Jahrsprämie beträgt bei elektrisch unterstützten Rädern (Pedlecs) die zwischen 2000€ und 5000€ kosten allerdings stolze 13,5% des Kaufpreises. Also bei einem Kaufpreis von 5000€ sind das schon mal 675€ im Jahr. Durch Vereinbarung eines Selbstbehaltes von 50€ verringert sich die Jahresprämie um 3,5% oder kann mit einem Prämienzuschlag von 30% zustätzlich eine Vandalismusversicherung abgeschlossen werden.

 

Die angegebenen Auf- oder Abschläge durch optionale Zusatzbausteine sind übrigens Prozente der Prämie, nicht Prozentpunkte.  Durch einen Selbstbehalt von 50€ reduziert sich daher die Jahresprämie von 675€ auf etwa 650€.

 

Die Uniqua bietet eine Fahrradversicherung, die einen Kaufpreis von 2.500-5.000€ für eine Jahresprämie von 125€ versichert. Allerdings wird nur der Zeitwert des Fahrrads versichert und wird ein Selbstbehalt von 20% vom Kaufpreis abgezogen. Warum eigentlich?

 

Nachdem wir in der glücklichen Lage sind, dass wir unser Bakfiets im Haus abstellen können, habe wir mit Diebstahlversicherungen aber noch wenig Erfahrungen.  Wir freuen uns, wir ihr uns eure Erfahrungen an servus@familienrad.at schickt. 

 

Fazit

Als Fazit hat es schon Vorteile, wenn man mit dem Familienrad bis in das Haus fahren und es dort auch stehen lassen kann. In vielen Tiefgaragen kann man das ja auch mit dem Auto, was wir wiederum nicht so gut finden, weil durch die Stellplatzverpflichtung das Auto einen unschlagbaren Vorteil gegenüber dem öffentlichen Verkehr erhält. (Dass die Stellplatzverplichtung weg gehört, bräuchte einen eigenen Artikel.)

 

Wenn man das  Familienrad auf der Straße lässt und eine Diebstahlversicherung abschließt, erhöhen sich die wöchentlichen Kosten doch um spürbare 12€. Also vor dem Kauf gleich mal mit der Hausverwaltung abklären, wo du das Familienrad parken kannst.

 

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